De gedichten van Elisabeth

Elisabeth in een witte jurk
In haar hand heeft Elisabeth een boek vast. Of dit haar eigen gedichtenbundel is, dat is niet bekend.
Door mezelf ingekleurde foto.

Elisabeth heeft vele gedichten geschreven. In veel van haar gedichten vind je haar politieke ideeën terug, maar ook de mening over haar man kan je soms tussen de regels door lezen.
Zoals je bij het onderdeel spiritueel kon lezen, liet Elisabeth zich, naar haar eigen zeggen, dicteren door Heinrich Heine.
Het ‘Poetische Tagebuch’ dat Elisabeth in een kluis in Bern had bewaard is teruggevonden door de biografe Brigitte Hamann, die op zoek was naar informatie over Rudolf. Brigitte Hamann heeft het boek uitgegeven.
Hieronder vind je een groot aantal gedichten van Elisabeth’s hand.


ABSCHIED VON ZANDVOORT

Noch einen letzten, langen Blick
Auf dich geliebtes Meer!
Dann lebe wohl, so schwer’s auch fällt,
Gott geb’, auf Wiederkehr!

Zum Abschiedsgrusse wählt’ ich mir
Die stille Mondesnacht –
Du liegst vor mir – ein schimmernd Bild –
In deiner Silberpracht.

Wenn morgen übers Dünenland
Der Sonne Strahl dich streift,
Bin ich mit raschem Flügelschlag
Schon weit von hier geschweift.

Umkreisen wird dich, wie zuvor,
Der Möven weisse Schar;
Dass unter ihnen eine fehlt,
Wirst du es wohl gewahr?


AN CARL

Ja du bist schön, schön zum Entzücken,
Bewundernd staunte ich dich an
Ob all der Reitze, die dich schmücken,
Und doch bist du noch kaum ein Mann.

Mit deinen vierundzwanzig Jahren
Stehst du dem Jünglingsalter nah,
Und weisst dabei dich zu gebaren
Wie Einer, der die Welt schon sah.

An meinem Ruhebette sitzend
Beschien dich voll der Lampe Licht,
Doch mich der Schatten schützend,
So musterte ich dein Gesicht.

Die Augen, diese dunkelblauen,
Sie sprachen meine Seele an,
Treu wie ein Kind weisst du zu schauen,
Und feurig dennoch wie ein Mann.

An diesen klassisch edlen Zügen,
An diesem goldnen Lockenhaar
Kein Meister fände hier zu rügen;
Bezaubernd schön bist du fürwahr.

Doch was vor allem mich entzückte,
War dein melodisches Organ,
Wer meine Sinne je umstrickte,
Hat mit der Stimme es getan.

Drum reden machte ich dich, reden,
Erzählen ohne Unterlass,
Verfolgt’ ich der Erzählung Fäden?
Der Klang war schön, ich wusst nur das!

Drei Tage durfte ich verweilen,
Drei Abende kamst du zu mir,
Dann musst ich rastlos weitereilen.
Nun trennt mich eine Welt von dir.

Doch deiner Stimme holdem Klange
Dem wundervollen Zauberton,
Ihm lauscht mein inn’res Ohr noch lange,
Du Nachtigall, des Nordens Sohn.


AN DIE GAFFER

Ich wollt’, die Leute Hessen mich
In Ruh’ und ungeschoren,
Ich bin ja doch nur sicherlich
Ein Mensch, wie sie geboren,

Es tritt die Galle mir fast aus,
Wenn sie mich so fixieren;
Ich kroch’ gern in ein Schneckenhaus
Und könnt’ von Wut krepieren.

Gewahr’ ich gar ein Opernglas
Tückisch auf mich gerichtet,
Am liebsten sähe ich gleich das
Sammt der Person vernichtet.

Zu toll wird endlich mir der Spass;
Und nichts mehr soll mich hindern;
Ich drehe eine lange Nas’
Und zeig ihnen den H.. .n.


AN JACOBERT 1853

Glaubst du, du kannst mich blenden
Durch deiner Augen Schein?
Zwar sind sie gross und dunkel,
Doch blenden, nein, o nein!

Zwar wenn ich sie erblicke,
Will ich mich immer freu’n;
Doch wenn ich sie nicht sehe,
Kann ich auch glücklich sein


AN MEINEN EHGEMAL

Sag’ an, mein trauter Ehgemal,
Was willst du wohl bezwecken?
Mir däucht, zur allgemeinen Qual
Bleibt schier Dein Fuhrwerk stecken.

Das Es’lein, das Du vorgespannt,
Es kann schon nimmer weiter;
Zu tief hat sich’s im Dreck verrannt;
O, war’ es nicht gescheidter

Du fiengest jenen edlen Gaul
Dort, auf der freien Weide,
Und zwängest ihm den Zaum in’s Maul,
Nicht morgen, nein noch heute.

Schon einmal riss er aus dem Dreck
Dir den verfahr’nen Karren,
D’rum jag’ Dein dickes Es’lein weg,
Eh’man dich hält zum Narren.


ANTWORT AN DEN BAUMEISTER

Ein Schloss soll ich mir bauen
Hier an der Nordsee Strand
Mit hohen güld’nen Kuppeln
Und manchem Flittertand?

Wohl lieb ich dich, du stolzes,
Du rauhes, barsches Meer
Mit deinen wilden Wogen,
Mit deinen Stürmen schwer!

Doch Liebe, die muss frei sein,
Darf kommen und darf geh’n;
Ein Schloss war’ wie ein Eh’ring,
Die Lieb’ hätt’ kein Besteh’n.

Frei will ich dich umkreisen,
Wie deine Möven hier;
Ein bleibend’ Nest zu bauen…
Für mich gibt’s kein Revier!


“AU CLAIR DE LA LUNE”

In hellen Mondenlichte,
Mein Kind, mein liebes Kind!
O zeig’ mir dein Gesichte
Am Fenster hier geschwind!

Ich komme aus der Nordsee,
Mein Schiff ging dort zugrund;
Ich hatte solches Herzweh
Um dich in dieser Stund’.

Nun liegt mein Körper unten
Im tiefsten Meeresgrund,
Die Riffe dort, die bunten,
Die rissen ihn noch wund.

In meinen Zöpfen betten
Die Seespinnen sich ein;
Ein schleimig Heer Maneten
Besetzt mir schon die Bein’.

Auf meinem Herzen kriechet
Ein Tier, halb Wurm, halb Aal;
Die Fersen mir beriechet
Ein Lobster-Kardinal.

Es haben mir umschlungen
Medusen Hals und Arm;
Und Fische, alte, junge,
Die nähern sich im Schwärm.

An meinen Fingern saugen
Blutegel, lang und grau,
In die verglasten Augen
Stiert mir der Kabeljau.

Und zwischen meine Zähne
Klemmt sich ein Muscheltier. –
Kommt wohl die letzte Thräne
Als Perle einst zu dir?

Mein Kind, ich will nicht klagen
Ob dem, was mir passiert’,
Ich wollt’ dir schnell nur sagen,
Die Seele sei salviert.

Im leichten Mövenkleide
Treib’ ich mich jetzt umher
Auf Felsen, weiss wie Kreide,
Und bald am hohen Meer.

So lange du auf Erden,
Ist mir den Himmel leer,
Ich könnt’ nicht selig werden,
Wenn ich allein dort war’!

Wir wollen ihn beziehen
Vereiniget dereinst;
Heut’ wollt’ ich mich nur mühen,
Dass du nicht um mich weinst.

Doch jetzt im Mondenlichte,
Mein Kind, mein liebes Kind!
Zeig’ mir noch dein Gesichte
Am Fenster hier geschwind!


DAS BILD DES GELBEN DOMINOS

“Lang, longago”

Denkst du der Nacht noch im leuchtenden Saal?
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Wo sich zwei Seelen getroffen einmal,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Wo unsre seltsame Freundschaft begann,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Denkst du, mein Freund, wohl noch manchmal
daran?
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Denkst du der Worte, so innig vertraut,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Die wir getauscht bei der Tanzweisen Laut?
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Ach! nur zu rasch schwand die Zeit uns dahin,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Ein Druck der Hand noch, und ich musste flieh’n,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Mein Antlitz enthüllen dürft’ ich dir nicht,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Doch dafür gab ich der Seele ihr Licht,
Freund, das war mehr, ja, das war mehr!
Jahre vergingen und zogen vorbei,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Doch sie vereinten nie wieder uns zwei,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Forschend bei Nacht fragt die Sterne mein Blick,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her;
Auskunft noch Antwort gibt keiner zurück,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Bald wähnt’ ich nahe dich, dann wieder fern,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Weilst du vielleicht schon auf anderem Stern?
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her!
Lebst du, so gieb mir ein Zeichen bei Tag,
Lang, lang ist’s her, lang ist’s her,
Dass ich’s kaum hoffen, erwarten vermag,
So lang, ist’s her, so lang ist’s her!
Lass mich warten nicht mehr,
Warten nicht mehr!


DAS KABINET

Frau Ritter Blaubart nenn’ ich mich,
Hab’ auch ein Kabinet;
Viel Häute hängen minniglich
Dort, wohlgeputzt und nett.

Die Häute haben auch noch Köpf,
Mit Ohren, lang und grau;
Fas dauern mich die armen Tropf,
Wenn ich sie so beschau’.

Der erste war ein hübsches Tier,
Nur Ohren übers Mass;
Doch über seine Schönheit schier
Vergass ich ganz auf das.

Ich hielt ihn mir im Tropenland,
Bekränzt ihn mit Granat;
Bananen frass er aus der Hand;
Doch wurd’ ich ihn bald satt.

Der zweite, ach! wie war der lieb!
Der hat mir treu gedient;
Wenn so etwas auf Erden blieb,
Der hätt’ Bestand verdient!

Oft streichle ich die alte Haut,
Gedenkend jener Zeit,
Die wie so innig und vertraut
Verkoseten zu Zweit.

Der dritte, nein, war das ein Viech!
Ein ganz gemeines Beast;
Kahl war er auch, dazu noch schiech,
Gehört nur auf den Mist.

Von seiner Schmach ist alles voll,
Und jedes Echo heult’s
Von Fels zu Fels, im Land Tirol –
Und Eine ist, die teilt’s!

Genug, er sei nicht mehr genannt…
Ich tret’ ans vierte Fell;
Der ward aus West’ mir zugesandt,
Ein drolliger Gesell’!

Rostfarben war mein Freund Langohr,
Sein Wiehern hell und laut,
And never was he sick, nor sore,
But jumped and pranced about.

Doch eine Pause tritt nun ein:
Der letzte hängt abseits;
Denn war er auch nur winzig klein,
Macht’ doch mir’s ärgste Kreuz.

Er war ein Wollblut-Eselein,
Voll Eigensinn und Laun’,
Benahm er sich auch artig fein,
War ihm doch nicht zu trau’n.

Voll Mucken stack’s im grossen Kopf
Und hinterm Ohr faustdick;
Zog ich ihn an dem grauen Schöpf,
Ward steifer nur’s Genick.

Wie oft hat er mich abgebockt,
Wenn ich mich fest gewähnt!
Nachgiebigkeit nur abgelockt,
Wenn ich ihn hübsch versöhnt.

Schliesslich war er ein lieber Schatz
Trotz alle dem Gefrett: –
Drum hat er auch den Ehrenplatz
In meinem Kabinet!

Nun seid ihr alle durchgestäubt;
Ich sperre wieder zu.-
Erinnerung ist’s, die mir verbleibt;
Euch wünsch’ ich “Gute Ruh’!”


Das weite, das hohe, das göttliche Meer
Dem Herrlichsten dient es zum Pfühle;
Das Haupt und die Glieder, so edel und hehr,
Drückt er in die Woge, die kühle. Darum in jeder Vollmondnacht,
Wenn alles totenstill,
Da öffne ich das Fenster sacht’,
Sprech’ dreimal fest: “Ich will!”

Und sieh”, im weissen Mövenkleid
Breit’ ich den Fittig aus,
Zieh’ über Länder, viel und weit,
Ob Strom, ob Wald und Haus.

Bis endlich nur noch Dünenland,
In Bogen, sanft und weich;
Fern rauscht schon, wie sich bricht am Strand
Die Flut einförmig gleich.

Noch einen letzten Hügel Sand,
Und strahlend liegt vor mir
Die See im Silberbrautgewand,
Zu mächtig blendend schier.

Und auf ihr ruht der Göttersohn,
Der hehre Achilleus.
Die Wogen rauschen süssen Ton
Geheimnisvoll und leis.

Dreimal umkreisen darf ich ihn,
Mich trunken an ihm schau’n;
Dann muss ich eilend heimwärts flieh’n
Noch vor dem Morgengrau’n.


Den schimmernden Gletscher, den Wolken so nah’
Der Herrlichste wählt ihn zum Throne,
Allabendlich weilet und sinnet er da
Im Strahl der versinkenden Sonne. Drum, wie die Sonne abwärts geht,
Steig’ auf ich leicht geschürzt,
Wenn’s aus den Bergen rings schon weht,
Von Tannenduft gewürzt.

Steil führt der kleine Pfad hinan
Erst unter Buchendach;
Dann kommt die ernste Tanne d’ran,
Krummholz jetzt nach und nach.

Die mich bisher begleiteten,
Cyclamen und Epheu,
Die bleiben weiter unten steh’n;
Hier wird’s zu hoch und frei.

Das Haidekraut, die Alpenros’,
Sie flüstern mir schon zu
Aus ihrem Nest im felsenschoss,
“Komm”, teile uns’re Ruh’!”

Als gab’ es Ruh’, als gab’ es Rast
Für’s kranke Menschenherz!
Von toller Sehnsucht wild erfasst
Strebt’s stets olympuswärts.

Hier oben weiss ich einen Bronn’,
Nur wenigen bekannt,
Seit grauer Vorzeit wird er schon
Der Zauberquell genannt.

Und trunkt, so heisst’s im Volkesmund,
Ein Sonntagskind davon,
Geboren um die zwölfte Stund
Mit zweien Zähnlein schon,

So schwingt sich’s auf als stolzer Aar
Zum blauen Firmament,
Wo hoch im Äther, rein und klar,
Die gold’ne Sonne brennt.

Doch meine Sonne, die bist du,
O hehrer Achilleus!
Dir schlagen meine Flügel zu,
Wo du dort thronst am Eis.

O stoss’ ins Herz mir deinen Speer,
Lös’ mich aus einer Welt,
Die ohne dich so öd, so leer,
Umsonst mich ferner hält.


Die Fischer geh’n am Strand herum
Im feschen Sonntagsschmuck,
Und kosen, Liebchen fest am Arm,
Mit Blick und Händedruck. Heissa! Ich brauch’ kein’ Fischermann;
Mein Liebster liegt am Meer,
Der Göttliche, der Herrliche,
Mit seinem Schild und Speer!


Die Flut, die Flut kommt gezogen;
Horch, wie sie rauscht und braust,
Wie sich die Wogen hoch bäumen
Und wie der Nordwind saust! Du tobendstes aller Ständchen,
Du wildes “Gute Nacht”; –
Mein Herz weiss wohl, wer dich sendet,
Drum jauchzt es auf und lacht.


ES SCHWINGT…

Es schwingt sich meine Seele jubelnd auf
Und preist im hohen Äther laut den Herrn;
Er, der bestimmt von jeher ihren Lauf,
Hiess folgen sie dem lichten Morgenstern.
Oft sinkt sie auch vernichtet in den Staub,
Jehova’s Werke sind zu mächtig schön!
In ihrem Nichts wird sie der Zweifel Raub
Und wagt nicht mehre zu ihm hinauf zu seh’n.
Dann wieder kniet die Seele im Gebet
Auf wilden Wogen weit im hohen Meer;
Im Sturmesbrausen, das sie rings umweht,
Ist ihr, als zöge nah’ vorbei der Herr.
Doch in der dumpfen Kirche ist sie kaum,
Stösst, gleich der Schwalbe, sie schon oben an,
Bewusstlos und verdummt im engen Raum,
Stürzt sie herab, die frei nur atmen kann.


Es tobt das Meer, die Wellen dröhnen
Und brechen sich mit Macht, mit Macht
Am einsamen Strande, in finsterer Nacht.
Entzückt horch’ ich vom Lager empor,
Des Geliebten Stimme dringt an mein Ohr,
Des Herrlichsten, des Starken!


Es kehrt der junge Frühling wieder,
Und schmückt den Baum mit frischem Grün
Und lehrt den Vögeln neue Lieder
Und macht die Blumen schöner blüh’n.
Doch was ist mir die Frühlingswonne
Hier in dem fernen, fremden Land?
Ich sehn’ mich nach der Heimat Sonne,
Ich sehn’ mich nach der Isar Strand.
Ich sehn” mich nach den dunklen Bäumen,
Ich sehn’ mich nach dem grünen Fluss,
Der leis’ in meinen Abendträumen
Gemurmelt seinen Abendgruss.


GOTT IST ALLES

Ich wandle hin in Gottes Licht
Und in Jehovas Schatten,
Ich werf mich auf mein Angesicht
An Seines Meers Gestaden,

Ich bet’ Ihn an im grossen All,
Ich atme Ihn im Äther,
Ich hör’ Ihn in der Wogen Fall;
Und durch den Sturmwind geht Er.


HURRAH!

Hurrah! mein schöner Viererzug,
So flink, und doch nie schnell genug,
Ihr, meine weissen Tauben!
Die Peitsche knallt, nun stürmt davon
Dem wilden Pusztawind zum Hohn.
Heissa! Was könnt ihr schnauben!

Und wisst ihr wohl, wohin es geht,
wo stolz am Berg die Burg dort steht,
Vier Liebchen, müsst mich bringen,
Die stolz sich in dem Strom beschaut,
Und vor der jeder sich heut’ graut;
Nur zu, als hätt’ ihr Schwingen.

Uns schreckt die Cholera nicht ab,
Dort oben ist ja doch mein Grab,
Ob heute oder später!
Dem Körper dort die ew’ge Rast!
Der Geist, befreit von seiner Last,
Schwingt froh sich dann zum Äther!


ICH HABE VERZWEIFELT

Jehova! Ich habe verweifelt
An deiner Barmherzigkeit,
Da ich die Raben gesehen
Mit all’ ihrem schweren Leid.

Ich sah sie stürzen und fallen
Hinab in den tiefen Schnee,
Wo sie sich krümmten und wanden,
Verendend im bitt’ren Weh.

Den schwarzen Fittig gespreizet,
Das lichte Auge verdreht,
Ein himmelschreiender Vorwurf,
So war’n sie am Schnee versät.

Die kahlen Bäume die rangen
Die nackten Äste empor;
Es klang wie sprachloses Jammern,
Er ächzte ein stummer Chor.

Jehova! Ich habe verzweifelt
An deiner Barmherzigkeit,
Da ich den Frevel gesehen,
Der jüngst einen Schwan entweiht.

Verzweifelt lief ich am Ufer
Und schrie hinaus in den See:
“Jehova hat uns verlassen,
Er spielt nur mit unserm Weh!”

Wo ist die Seele des Schwanes,
Den man im Wasser erwürgt?
Wo ist das ewige Leben,
Das man uns heilig verbürgt?

Und sich als die Nacht gekommen.
Da stieg ein Engel hervor
Aus weinenden Wasserfluten
Und flüstert mir leise ins Ohr.

“Die Seele, die du verlangest,
Sie gleitet im grossen All,
Doch mit der deinen sich mengen,
Darf sie nun von Fall zu Fall.


JA, WENN ICH…

Ja, wenn ich der Dachstein wäre,
O der grossen Herrlichkeit!
Schaute stolz auf alle Meere,
Trotzte Zeit und Ewigkeit.

Sinnverwirrend, schön und blendend
Säss’ ich da in hehrer Pracht,
Donnernde Lawinen sendend,
Boten meiner wilden Macht.

Liess den Blick auch abwärts gleiten
Auf die Seen, klein und gross,
Die sich um die Ehre streiten
Meines Bilds in ihrem Schoss.

Und erst gar der Sonne Minnen,
Früh bis spät ihr tolles Glüh’n,
Grad als wäre sie von Sinne,
Brennt und buhlt sie auf mich hin.

Und trotz allen heissen Küssen
Bleibt mein Eisherz starr und kalt;
Machtlos wird sie weichen müssen
Meines Frostes Allgewalt.

Vorwurfswoll vor dem Versinken
Trifft ihr letzter Blick mich noch,
Lässt mich rosenrot erblinken,
Aber eisig bleib’ ich doch!

Hätt’ ich meine Weltschmerztage,
Meinen bösen alten Spleen,
Würde ich mit einem Schlage
Dichte Nebel um mich zieh’n.

Und ich zeigt’ den dummen Affen,
Juden, Christen tief im Thal,
Die nur zugereist zum Gaffen,
Meiner Schönheit keinen Strahl.

Doch die grösste aller Wonnen,
Könnte ich der Dachstein sein,
Den Verwandten war’ entronnen
Ich sammt ihrer ganzen Pein.

Drum, was ich dem Gletscher neide,
Ist, dass er verwandtenlos;
Ahnet nichts vom bitt’ren Leide,
Blühend im Familienschloss.

Ja, wenn ich der Dachstein wäre,
O der grössten Herrlichkeit!
Scherte mich, auf meine Ehre,
Nie mehr um gewisse Leut’.


JAUSS

Ich hatt’ einst einen Vollbluthengst,
Ein stolzes, schönes Tier;
Dahingegangen ist er längst,
Mit ihm des Stalles Zier.

Der bockt die schlechten Reiter all’
Mit Gusto auf den Bauch,
Doch nicht genug an ihrem Fall,
Er trat und biss dann auch.

Ich denk’ jetzt eben her und hin,
Als ich mein Buch durchlas…
Wie kam der Hengst mir in den Sinn,
Und was bedeutet das?


KLINGEL-LIED

Wird mir die Welt zu bitter,
Die Menschen zu fatal,
So schwing’ ich mich aufs Flügelross
Und mach’ mich von der Erde los;
Ich flieh’ die bösen Zwitter
Und die Canaillen all’.

Ich lass sie wütig kläffen
Und giftig nach mir spei’n;
Ich wieg’ mich oben hoch im Blau,
Kaum, dass ich noch die Erde schau,
Kein Schmutzfeil wird mich treffen;
Die Luft ist hier zu rein.

Ich aber web’ euch Kappen
Und näh’ auch Schellen dran;
Als Narren geht ihr dann herum,
Man schaut sich lachend nach euch um;
Und seid ihr längst begraben,
Sie klingeln selbst noch dann.


LANGBATHSEE

(14. August 1888.)

Allein im kleinen Jägerhaus,
Allein am stillen See,
Da rückwärts scheint die Welt schon aus
Mit Felsen, Wänden, Schnee.

Ich wandle wie im Traum bei Tag
Im dunklen Fichtenforst,
Auf samt’nem Moos ist mein Gelag,
Der Felsenblock mein Horst.

Der Bergquell springt von Stein zu Stein,
Und rauscht ein Lied dazu;
Die müden Nerven schläfert’s ein,
Dem Hirne bringt es Ruh!

Und wie die Sonne tiefer sinkt,
Der Schatten länger wird,
Hat, wo die hohe Felswand blinkt,
Mein fuss sich hinverirrt.

Sie hebt sich silberweiss und kühn
In’s blaue Firmament,
Die Zacken rosenrot erglüh’n,
Das leuchtet, funkelt, brennt.

Tiefstille ist es rings umher,
Und doch, die Stille spricht
Im kühlen Wind von Felsenmeer,
Der sich im Krummholz bricht.

Und wo die Gemse eben sprang
Entkollert auf der Höh’
Ein Stein, und rollt mit dumpfem Klang
Zur Schutt, in meiner Näh’.

Ein Vogel, durch den Ton geschreckt,
Fleucht auf aus dem Gestein,
Die and’ren hat sein Ruf geweckt,
Sie klagen, pfeifen, schrei’n.

Und dann wird’s wieder todtenstill,
Die Stille lauscht und schweigt,
Weil sie den Mond begrüssen will,
Der jetzo langsam steigt.

Der Mond steigt langsam in die Höh’,
Langsam kehr ich zurück.
Den Waldespfad zum stillen See,
Des reinsten Smaragd’s Stück.

In seinem grundlos tiefen Grün
Trägt er der Buchen Kranz,
Die lieblich sein Gestad umzieh’n
In rotem Sommerglanz.

Darüber spiegelt sich der Tann,
Und dunkel düster nach,
Dass umso schäfer, heller dann
Der Berg sich zeigen mag.

Und wie in Staunen ich vertieft,
Dies lieblich Bild beschau,
Da taucht von Wasser noch umtrieft
Zur Höh’ die schönste Frau.

Es schwimmt ihr langes grünes Haar
In Wellen um sie her,
Ihr Äug ist gross und wunderbar,
Die Züge klassisch hehr.

“Najade bin ich hier im See”,
So hüb sie jetzo an,
“Und an der Menschen Wohl und Weh,
Liegt wenig mir daran.

Doch dich, Titania, mir verwandt,
Seh’ich versenkt in Leid,
Sprich, was hat dich hieher gesandt –
In meine Einsamkeit?”

D’rauf ich: “O holde Schwester mein,
Erleicht’rung wäre schon,
Mit dir zu teilen meine Pein
Doch schwur ich ,Diskretion’.”


LIBERTY

Ja ein Schiff will ich mir bauen!
Schönres sollt ihr nimmer schauen
Auf dem hohen, weiten Meer;
“Freiheit” wird wom Mäste wehen
“Freiheit” wird am Buge stehen,
Freiheitstrunken fährt’s einher.

“Freiheit”! Wort aus goldnen Lettern,
Flattert stolz in allen Wettern
Von des Mastes schlankem Baum,
Freiheit atmen meine Nüstern,
Freiheit jauchzt der Wellen Flüstern,
Freiheit! dann bist du kein Traum!

Sucht es dann ihr Telegraphen,
Für ein Hoffest mich zu schaffen
In die Kerkerburg zurück;
Fischt im Klaren, fischt im Trüben,
Fangt die Möve nach Belieben;
Hurrah! wir sind frei und flügg’!

Von den Spitzen meiner Finger
Send’ ich euch, ihr lieben Dinger,
Die mich einst gequält so sehr,
Einen kuss und meinen Segen,
Schert euch nimmer meinetwegen;
Ich bin frei auf hohem Meer!


Nur fort, nur fort von dir,
Ich kann’s nicht mehr ertragen;
Das tolle Herz will schier
Den kranken Kopf erschlagen. Die Augen drück’ ich zu,
Ich will dich nicht mehr sehen,
Um jeden Preis nur Ruh’,
Eh’ alle Sinne gehen.

Denn heut’, als ich dich sah,
Musst’ ich schon an mich halten,
Um nicht, als war’ Gott nah’,
Die Hände hoch zu falten,

Um nicht laut auf zu schrei’n,
Mich auf die Knie zu werfen. –
Und o, dazu die Pein,
Das Toben aller Nerven.

Ist dies wohl Nemesis,
Weil stets für irdisch’ Lieben
Mein Herz so ungewiss
Und ungetreu geblieben?


RAMSGATE I

Zu spät, zu spät sind wir begegnet
Uns auf des Lebens Dornenpfad;
Zu weit schon hat uns fortgetragen
Der Zeiten unaufhaltsam Rad.

Zu spät hat deiner tiefen Augen
Magnet’scher Blick auf mich geschaut,
Selbst unter diesen warmen Strahlen
Hat’s starre Herz nicht mehr getaut.

Es überkommt mich tiefe Wehmut,
‘S ist wie ein Klang aus alter Zeit,
Wie banges, namenloses Heimweh,
Voll hoffnungsloser Bitterkeit.

Auch ich bin einstens reich gewesen,
Wähnt’, unerschöpflich sei mein Hab’;
Leichtsinnig ist es längst verschleudert –
Es blieb das Herz ein leeres Grab.

“O wende weg die ernsten Augen!
Lass ruhigen Wegs mich weitergeh’n!
Kann Glück ich nicht mehr eigen nennen,
So will ich’s wenigstens nicht seh’n!”

RAMSGATE II

Denkst du jener Märzennacht,
Wo wir am Verdecke standen?
Oben hielt der Lotse Wacht;
Ach! wie schnell die Stunden schwane

Auf der Nordsee Wogen hin
Zogen stumm wir, Seit’ bei Seite.
Könnt’ ich ewig nur so flieh’n,
Dacht’ ich, gäbst du mir Geleite!

Manchmal spritzte über Bord
Zischend eine grosse Welle,
Schützend war dein Arm mein Hort,
Der mich festhielt dann zur Stelle.

Stille war es ringsumher,
Alles war hinabgegangen,
Wir nur und das grosse Meer
Fühlten noch kein Ruh’verlangen.

In den schwarzen Fluten brach,
Einem Silbertanze gleichend,
Sich das Mondlicht tausendfach,
Bis zum Horizonte reichend.

Fischerboote glitten leis
Mit den windgeblähten Segeln,
Flüchtig und gespensterweiss
Uns vorbei, gleich Wettervögeln.

Wie Johanniswürmchens Glüh’n
Glänzte oft in weiter Ferne
Eines Dampfers, rot und grün,
Weithin leuchtende Laterne.

Denkst du jener Märzennacht?
Längst ist sie vorbeigezogen,
Stumm wie unsere kleine Yacht


RAMSGATE III

Ramsgate! Ziehet nicht der Namen
Mondlichtgleich uns durchs Gemüt?
Drum in diesem holden Rahmen
Send’ ich dir mein letztes Lied.

Wie im Silberstrahlenbade
Lag die anmutvolle Stadt,
Als dem weissen Cliffgestade
Unser kleines Fahrzeug naht.

In den nächtlich stillen Hafen
Lauft “Santa Cecilia” ein,
Wo mit Segeln schon, mit schlaffen,
Schiff an Schiffe dicht sich reih’n!

Auf des Quaies weissen Stufen
Bot’st du sorgsam mir die Hand,
Warntest mich mit leisem Rufen
Vor der Mauer steilem Rand.

So ergingen wir uns schweigend
In dem hellen Mondenlicht;
Doch, dich manchmal zu mir neigend,
Könnt ich sehen dein Gesicht.

Still, mein Lied! Verhalle leise!
Denn wir stehen jetzt am Pier;
Keine Worte – keine Weise –
Freund! Ich war allein mit dir!…


RENDEZ-VOUS

Hoch auf des Hügels Spitze
Weiss ich ein Plätzchen traut,
Wo man vo schatt’gem Sitze
In beide Thäler schaut.

Und durch die Thäler ziehen
Zwei Flüsse, silberhell,
Wehrab hört man sie fliehen
Mit brausendem Gefäll.

In blaue Lüfte ragen
Rings Berge, waldumkränzt,
Die Felsenkronen tragen,
Vom Sonnenschein beglänzt.

Und diese schöne Stelle
Wählt’ ich zum Hauptquartier;
Schlägt elf die Turmuhr helle,
Dann treffen wir uns hier.

Dem Nahen meiner Schritte
Lauscht er am Gitterzaun;
Er hört im Sand die Tritte
Noch lang, eh’ wir uns schau’n.

Doch tauschen wir nicht Küsse,
Die Klingen kreuzen wir,
Feuern Revolverschüsse
Und stossen mit Rappier.


SELBSTBEHERRSCHUNG

Ich sollte mich selbst bezwingen?
Das brächte mir auch Gewinn?
Wer ist denn der Besiegte,
Wenn ich der Sieger bin?
Das ist ein närrischer Räuber,
Der sich zu bereichern glaubt,
Wenn er sich selbst im Walde
Auflauert und beraubt.


STERNENKUNDE

Wir trieben Sternenkunde
Hoch oben auf dem Deck,
Ich las sie dir vom Munde
Im trauten dunklen Versteck.

Wir trieben Sternenkunde
In lauer südlicher Nacht,
So lauschte ich manche Stunde
Dem, was du dort oben gesagt.

Wir trieben Sternenkunde,
Sie interessirte uns sehr,
Doch wär’n wir am liebsten zu Grunde
Gegangen dabei im Meer.


TITANIAS KLAGE

Die Dichter singen von Liebe,
Und Liebe atmet Natur. –
Ach! wenn sie auch immer bliebe!
Freilich! dann bräche kein Schwur!

Wie glücklich sind meine Schwestern,
Wie unbefangen froh! –
Sie lieben heute, wie gestern,
Jahrtausend geht’s schon so.

Nur ich, die schier wie Verfluchte,
Ich, Feenkönigin,
Ich finde nie das Gesuchte,
Nie den verwandten Sinn.

Umsont verschied’ner Malen
Stieg ich vom Lilienthron;
Es währte mein Gefallen
Nie lang am Erdensohn.

In üpp’gen Sommetnächten,
Bei schwülem Vollmondschein
Dacht’ oft: “Jetzt hab’ ich den Rechten!”
Und wollte mich schon freu’n.

Doch immer beim Morgengrauen,
An’s Herz gedrückt noch warm,
Musst’ mit Entsetzen ich schauen
Den Eselskopf im Arm!

Nun wandl’ ich einsamen Pfades
Schon manches lange Jahr;
Es weilt nicht einmal im Hades
Einer, der mit was war!


Und auf der Nordsee wilden Wogen,
Geliebter, lagst du hingestreckt; –
Mit tausend Fasern eingesogen
Hab’ ich dich, salz- und schaumbedeckt.


VERLASSEN

In meiner grossen Einsamkeit
Mach’ ich die kleinen Lieder;
Das Herz, voll Gram und Traurigkeit,
Drückt mir den Geist darnieder.

Wie war ich einst so jung und reich
An Lebenslust und Hoffen;
Ich wähnte nichts an Kraft mir gleich,
Die Welt stand mir noch offen.

Ich hab’ geliebt, ich hab’ gelebt,
Ich hab’ die Welt durchzogen;
Doch nie erreicht, was ich erstrebt. –
Ich hab’ und ward betrogen!


VERSUCHUNG

O, zürnt mir nicht ob dem, was ich getan,
Ich könnt’ den Zweifel nicht ertragen,
Den Leib vertraut’ dem kühlen Grund ich an,
Der Geist fleucht auf, die Zukunft zu erfragen.

Und wandelt euer fuss am stillen See,
O sucht mich nimmermehr hier in der Tiefe,
Nein, blicket auf in jene blaue Höh’,
Ist’s nicht, als ob mein Geist von dort mich riefe?

Ich sass und sah zu lange am Gestad,
Berückend klang der grünen Wasser Rauschen,
Zu lockend hat Versuchung sich genaht,
Und zwang der Nyxenworte mich zu lauschen.

Und jede Welle flüstert leis mir zu:
Vergönne doch in uns’rem grünen Grunde
Dem müden Körper endlich Rast und Ruh’
Der Seele Freiheit bringt dann diese Stunde.

Mir dünkt, dass selbst die Sonne schmeichelnd spricht:
Und steigst hinab du jetzo ohne Zagen,
Bedeckt dein grünes Grab mein goldnes Licht –
Dem Geiste aber wird ein hell’res tagen.

Die Stunde der Versuchung ist gewichen,
Ein feiger Hund bin ich nach Haus geschlichen.


Vom Abend bis zum Morgen,
Von früh bis in die Nacht
muss ich stets lauschen, horchen,
Ob du mir nichts gesagt. Das Murmeln deiner Ebbe,
Das Rauschen deiner Flut
Das sind mir alles Worte,
Zu halten treu in Hut.

Mir dünkt, dass du dictiertest,
Zu schreiben nur bleibt mir;
Gedanken und Gefühle
Wehst du auf das Papier.


Wer hat’s dir wohl verraten,
Du liebe Nordsee mein,
Dass ich mit Leib und Seele,
So ganz und gar bin dein?… Ob’s wohl die Möven waren,
Die es dir hinterbracht? –
Denn oft am Strande wandelnd,
Hab’s ihnen ich gesagt.

Seitdem läss’t keine Ruhe
Du mir bei Tag und Nacht;
Rufst mich bald wild und drohend,
Dann wieder schmeichelnd sacht.

Du willst mich wiegen, schaukeln,
Dein Arm ist ja so weich,
Bis endlich du mich dennoch
Ziehst in dein nasses Reich.


WIDMUNG

O hätt’ ich so viel Lieder,
Als Wellen, du mein Meer,
Ich schrieb sie alle nieder,
Und brächte sie dir her.

Mein ganzes Fühlen, Denken,
Ja, all’ mein inn’res Sein
In dich möcht’ ich’s versenken,
Du, mein krystall’ner Schrein.

Du, meine Augenweide,
Du, meines Hierseins Glück,
Früh meine erste Freude
Und nachts mein letzter Blick!


Wie sich die bunten Masken drängen,
Welch’ Summen, Toben, Lärmen, Schrei’n,
Wie sie zu tollen Walzerklängen,
Den Mücken gleich, sich dreh’n und freu’n. Doch wir zwei wählten uns das Beste;
Wir sassen in den Wagen ein,
Der ward uns bald zum warmen Neste;
Und Dunkelheit hüllt’ rings uns ein.


Wir reiten, wir gleiten
Auf blauenden Wogen;
Es kommen die frommen
Delphine gezogen;
Sie schlagen und jagen
Umher sich im Spiele;
Sie hüpfen und schlüpfen,
Jetzt vier und jetzt viele;
Sie blicken, sie nicken,
Mir zu aus der Tiefe;
Dort saust es, dort braust es,
Als ob es mich riefe. –
Ich wollte, ich tollte
Mit jenen Delphinen
Und wäre im Meere
Selbst einer von ihnen!

Geef een reactie

Het e-mailadres wordt niet gepubliceerd. Vereiste velden zijn gemarkeerd met *